KI im Kreativalltag: die Aufzeichnung meines Vortrags bei der PUG Hamburg
Die Aufzeichnung mit Kapiteln und das Wichtigste aus Vortrag und Fragerunde.
Am 22. Oktober war ich online zu Gast bei der Publishing User Group Hamburg, eingeladen von Rainer Klute. Rund anderthalb Stunden habe ich gezeigt, welche KI ich als Mediengestalter heute wo einsetze, in Photoshop, Firefly und InDesign ebenso wie im Web, und was dabei bei mir bleibt. In der Spitze waren knapp 70 Leute dabei, beim Q&A noch rund 50.
Wo finde ich welches Thema in der Aufzeichnung?
Die Aufzeichnung liegt auf YouTube. Jede Zeitmarke führt direkt an die Stelle:
0:00 Begrüßung durch Rainer Klute
10:02 Start und Werdegang
13:45 Composing in Photoshop: in Ebenen statt im Riesenprompt
19:10 Firefly: Bild zu Video und Sound
30:00 Urheberrecht, Kennzeichnung, Credits
37:00 Das Merlin mit dem Adobe Creativity Connector
53:40 Etiketten: vom Text zur InDesign-Datei per Skript
1:00:20 Salesfolder aus Excel-Daten
1:09:00 Datenzusammenführung über den Connector
1:17:35 Websites mit WordPress, Elementor, Crocoblock und MCP
1:26:15 Organisation: Notion, Recherche-Agent, Redaktionssystem
1:35:15 Was das alles kostet
1:39:00 Fragen aus dem Publikum
Welche Stelle lohnt sich zuerst?
Spring zu 1:01:00. Dort geht es um den Salesfolder von Atair, einem Familienunternehmen, das Socken und Wäsche für den Handel entwickelt und vertreibt. Ausgangspunkt war ein Excel, das nach Daten aussah, aber keine war. Claude hat daraus eine saubere Datenquelle für die Datenzusammenführung in InDesign gemacht und dazu ein Skript, das die Seite mit Formaten und verknüpften Feldern anlegt. Daten strukturieren und neu aufbereiten kann KI schon lange gut, und für Layout und Produktion ist das der Teil, der früher die meiste Handarbeit war. Gestaltet und produziert hat das Team danach selbst.
Davor steht im Vortrag ein älteres Beispiel: Etiketten, deren InDesign-Skript ich vor rund einem Jahr erzeugen ließ. Damals brauchte es mehrere Anläufe, jeder mit einer Fehlermeldung, bis es stimmte. Heute kommt bei solchen Skripten nur noch sehr selten eine.
Was bleibt bei der Arbeit mit KI bei mir?
Beim Generieren in Photoshop arbeite ich in Ebenen: ein Grundmotiv, dann Stück für Stück, was dazukommt, Fenster, Backsteine, Licht. Einen Prompt vom Hintergrund bis zum Vordergrund schreibe ich nicht. So behalte ich das Bild besser in der Hand als mit einem langen Prompt, der am Ende doch etwas anderes liefert.
Beim Restaurant Das Merlin hat Claude über den Adobe Creativity Connector die Fotos aus dem Shooting zugeschnitten und den Gerichten in den Social-Media-Posts zugeordnet. Bei einem Motiv hatte ich keine Lust reinzubeißen. Ich habe im Shooting ein besseres gefunden, selbst zugeschnitten und ausgetauscht. Ob die KI ein Bild erzeugen oder zuschneiden kann, ist längst geklärt. Offen bleibt, ob das Bild an diese Stelle gehört, und das entscheide ich am Bild.
Wo hilft KI bei Websites und ihrer Betreuung?
Bei der neuen Website der Malerin Karin Göppert hat Claude über MCP die alte Seite mit 77 Werken samt Texten übernommen und in WordPress die Inhaltstypen, Abfragen und Ausgabelisten angelegt. Bis ich mit der Gestaltung anfangen konnte, waren es anderthalb statt dreieinhalb Tage. Karin pflegt ihre Seite heute selbst.
Auch die Betreuung läuft anders. Bei den Checkups arbeitet Claude meinen Betriebsstandard ab, der als Skill hinterlegt ist. Am Abend vor dem Vortrag wurde eine Sicherheitslücke in WordPress bekannt. Nach einer halben Stunde wusste ich, welche der von mir betreuten Websites betroffen sind und welche Kundendaten speichern. Diese habe ich vorsorglich vom Netz genommen, am nächsten Morgen waren sie aktualisiert wieder online.
Was wurde aus dem Publikum gefragt?
Was kosten Adobe-Credits? Nach meinem Stand kosten Bild zu Video und komplett per Prompt erzeugte Bilder in Firefly Credits, kleine Retuschen wie Entfernen in Photoshop nicht. Wo genau die Grenze liegt, weiß ich auch nicht, und Adobe passt das laufend an. Vor dem Kauf lohnt der Blick auf die aktuelle Übersicht.
Welches Claude-Abo, welches Modell? Ich arbeite mit Max. Im Sommer hatte ich Pro und habe mehrmals Guthaben nachgekauft, gleich Max wäre billiger gewesen. Das Modell wähle ich nach der Aufgabe: Fable 5.1 für komplexe, aufwendige Arbeiten, Opus 5.5 für normale Recherchen.
Wie organisiere ich das alles?
Meine Zentrale ist Notion. Dort liegen Webprojekte, Schulungsinhalte und Anfragen, und Claude arbeitet direkt damit und legt Ergebnisse dort ab. Zweimal pro Woche sucht ein Recherche-Agent nach Neuem und sortiert es vor: Sicherheit für Kundenwebsites, neue Funktionen in den Adobe-Programmen, Themen für Blog und Social Media. Kommt eine neue Funktion, hänge ich sie gleich an die nächsten Kurse. Worüber ich schreibe, entscheide ich selbst. Die Projektverwaltung hat mich früher viel Zeit gekostet.
Das Whitepaper zu Urheberrecht und kommerzieller Nutzung von KI-Bildern findest du auf der Vortragsseite. Es gibt einen Überblick, Stand Oktober 2026, und ist keine Rechtsberatung.
Kann ich das mit meinem Team lernen?
Wenn du diese Abläufe mit deinem Team an euren eigenen Dateien aufbauen willst: Im Inhouse-Workshop Adobe & KI komme ich zu dir und deinem Team ins Haus, auch außerhalb Freiburgs.
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